Compliance ist ein Teil Ihrer Geschäftsprozesse

Diese einfache Wahrheit mag überraschend sein, sollte es aber nicht. Letztlich waren Aufsichtsrat, Vorstand oder die Geschäftsführung einer GmbH schon immer aufgerufen, dafür Sorge zu tragen, dass die Geschäftstätigkeit ihres Unternehmens sich im Rahmen geltender Gesetze bewegt.

Durch u.a. der Straffung dieser Vorschriften, der persönlichen Haftung von Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung erhielt diese Verantwortung zusätzliches Gewicht und einen neuen Namen – Compliance.

Damit ist auch gesagt, dass Compliance nicht die Geschäftsaktivitäten überlagern, nicht zum Kerngeschäft werden darf. Vielmehr geht es darum, diejenigen Geschäftsprozesse zu über­prüfen, bei welchen das Risiko von – auch unbeabsichtigten - Gesetzesübertretungen hoch ist. Ergibt eine Überprüfung Schwachstellen, so sind diese durch eine Überarbeitung des Prozesses zu verbessern, abzusichern.

Dieser Prozess ist ein in jedem Unternehmen im Grunde bekannt. In der Betriebswirtschaft nennt man dies einen "Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP)" oder auf japanisch "Kaizen" (改善). Der Unterschied besteht nur darin, dass die Analyse sich nicht z.B. auf die effizientere Gestal­tung eines Produktionsablaufes zur Kosteneinsparung, sondern auf die effiziente Vermeidung von möglichen Haftungsrisiken durch Gesetzesverletzungen richtet. In beiden Vorgehensweisen ist die Erhaltung bzw. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens das Ziel.

Wettbewerbsposition und Compliance?

Ähnlich wie die Qualität Ihrer Produkte und Dienstleistungen und deren Preis-Leistungs-Verhältnis kommt auch dem Thema Compliance eine zunehmende Bedeutung in der Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens zu.

Zum einen bestehen Großkunden zunehmend darauf, dass ihre Lieferanten nachweisen können, dass ihre Prozesse "wasserdicht" sind. Dies liegt u.a. darin begründet, dass heute ein Unternehmen seine eigenen Geschäftsprozesse so absichern muss, dass diese nicht durch "schwarze Schafe" zwischen den Lieferanten gefährdet werden können. Also müssen die Zulieferer ihrerseits, wenn sie ihre Geschäftsbeziehung nicht riskieren wollen, ein Mindestmaß an Prozessqualität auch in Bezug auf Compliance nachweisen.

Sollte es tatsächlich zu einem Gesetzesverstoß in Ihrem Unternehmen gekommen sein, so kann dies zum anderen auch dazu führen, dass sich - je nach Schwere des Verstoßes - Geschäftspartner von Ihrem Unternehmen abwenden, um einen möglichen Reputationsschaden zu vermeiden oder um nicht in den Sog eines z.B. mit Bestechungen agierenden Unternehmens zu geraten.

Darüber hinaus können die Kosten, die mit der Aufdeckung, Verfolgung und Ahndung von Gesetzes­verstößen entstehen, exorbitant sein. Eine präventive Compliance-Tätigkeit erspart in diesem Fall also den Einsatz von erheblichen Mitteln für Verfahrenskosten, Bußgelder, Schadensersatz, aber auch die internen Kosten. Wären nicht diese Beträge sowieso viel besser in Ihr Unternehmen inves­tiert, um dessen Innovations- und Wettbewerbskraft zu stärken?

Es lohnt sich also darüber nachzudenken, ob die Compliance als Teil der Geschäftsprozes­se Ihres Unternehmens nicht ebenfalls kontinuierlich verbessert werden sollte.